Der Anfang der Geschichte beginnt mit einem Abschied.
An einem Freitag fuhr ich zu meinem Honda-Händler nach Keidenzell um mich zu erkundigen, ob er mir einen Zahnriemen besorgen kann, den ich mir in‘s Topcase legen kann, falls mein alter Riemen reisst. Im Verlauf des Gespräches kam ich wieder auf meine Frage, was er mir für meinen Honda noch bezahlen würde und ob er derzeit einen gebrauchten Roller da hat. Er hätte da rein zufällig eine Piaggio Beverly 350 Sport Tourer da, ob ich denn eine Probefahrt machen wolle. Natürlich habe ich angenommen. Nachdem die Jungs aus der Werkstatt ein rotes Nummernschild angetüdelt hatten, bin ich kurz nach Deberndorf und wieder zurück gefahren und war mir dann sicher, dass ich den Rollertausch machen werde.
Eine Nacht Bedenkzeit musste aber sein und somit bin ich am frühen Samstag Morgen wieder nach Keidenzell gedüst und habe den Vertrag unterzeichnet und gleich die Papiere für die Zulassung in Empfang genommen. Am Sonntag habe ich mich dann durch die Homepage der HUK Coburg Versicherung gequält um eine eVB-Nummer zu erhalten. Die eVB-Nummer, also die elektronische Versicherungsbestätigung, ist die frühere Deckungskarte.
Am Montag bin ich dann zur Zulassungsstelle in Fürth gedüst. Dort war jedoch die IT ausgefallen. Der Monteur war vor Ort und somit hatte ich Hoffnung, daß der Ticketautomat, der die Nummern vergibt am Nachmittag wieder funktioniert, was dann auch der Fall war. Stolz wie Harry konnte ich am späten Nachmittag mein Nummernschild in Empfang nehmen, daß ich am Dienstag gleich zu meinem Händler brachte. Der Roller wurde noch aufbereitet, es wurde Kundendienst gemacht und das Nummernschild wurde angebracht, so daß ich meinen Roller am Donnerstag in Empfang nehmen durfte.

Weil ich am nächsten Tag bereits nach Norden aufbrechen will, bin dann gleich von Keidenzell nach Gundelsheim zu Günther gefahren um ein Gefühl für die Beverly zu bekommen. Ich bin über die Autobahn gefahren und war sehr zufrieden. Man kann mit dem neuen Roller zügig fahren und man kann auch sehr langsam fahren. Heimwärts stand ich nämlich 2 Stunden im Stau, was natürlich sehr nervig war. Also war mein Fazit, daß die Probefahrt bestanden war und ich Morgen, am Freitag meine erste Etappe auf der Reise zum Bistensee unternehmen konnte.

Freitag, 27. März 2026
5:30 Aufstehen
Dann erstmal das obligatorische Morgenritual, bestehend aus Zähneputzen, Waschen, Jalousie hochziehen, Kaffee machen, Müsli konfigurieren und Teewasser aufsetzen
8:11 Uhr Abfahrt von der Iltisstraße in Fürth, also von Zuhause, in Richtung Weserbergland
9:45 Uhr Kitzingen Mc Donalds Kaffee, Pipibox und Aufwärmen
11:58 Uhr Steinau an der Straße – Tanken bei 4689 km, Kaffee, Aufwärmen und dann noch für kleine Rollerfahrer
14:08 Uhr Frielendorf Tanken, Kaffee, Aufwärmen und Pinkulatorium
16:14 Uhr Willebadessen Hotel eingecheckt, ich bin der einzige Gast
Spaziergang durch die gegenüberliegende weitläufige Schloßanlage
mit Gabi telefoniert
gepflegt geduscht
Tagebuch geschrieben







Samstag, 28. März 2026
6 Uhr aufstehen, es regnet „noch“ nicht
Gepäck am Roller verstaut
Um 7 Uhr zum Frühstücken, ich bin der einzige Gast und habe fast ein schlechtes Gewissen, daß wegen mir die Frau, die mir das üppige Frühstück auftischt, so früh aufstehen musste.
Mein Roller springt nur mühsam an, in mir macht sich bereits um diese morgendliche Stunde eine kleine Unruhe bemerkbar, aber dann startet die Beverline doch. Ich fahre schlußendlich um 8 Uhr los und schon nach wenigen Kilometern kommt die erste Umleitung. Hmmh. Dann geht‘s auf der Bundesstraße 252 Richtung Norden. Nun hat auch der Regen begonnen, der mich noch stundenlang begleitet. Breite Straße, kaum Verkehr, der Roller schnurrt. Rheder, wo wir vor 2 Jahren mit Waltrauds Mann Alfred im Schloßpark spazieren waren, Brakel. Um 8:50 Uhr war ich in Istrup bei Blomberg und da habe ich dann getankt. Und weiter auf dem Weserbergland-Highway, Steinheim, Rinteln, Kleinenbremen mit seinem Bergwerk, Minden. Hier habe ich um 10:10 Uhr Pause gemacht, Kaffee getrunken und ein Minicroissant verputzt. Dann ging’s weiter über Sulingen und Achim Richtung Ottersberg. Wieder einmal eine Umleitung U11, auf der ich dann bei Oyten einen Abzweig verpasst habe und umkehren musste. Weiter Richtung Fischerhude, wo es dann wie aus Kübeln gegossen hat. Ich musste sehr langsam fahren und hatte dabei das Gefühl mein Hinterrad platt sei. Es war jedoch kein platter Reifen, sondern Aquaplansching. Gottseidank hat mich Angelo, also mein Schutzengel, sehr gut durch die Gefahr gelotst. Vielen, vielen Dank. In Grasberg habe ich mich dann an einer Shell-Tankstelle mit Kaffee versorgt, durfte das WC benutzen und habe mir dann auch eine Bockwurst mit Brötchen gekauft. Das war ungefähr um, ja, wann war das denn? Alles in allem, war es in der Tankstelle trocken und sehr wohltuend. Dazu noch ein paar Worte über das Woher und Wohin. Als nächstes kam dann Worpswede, dass ich aber nur knapp streifte, weiter nach Gnarrenburg. Vor Bremervörde dann links ab nach Alfstedt, wo ich noch einmal tankte. Diesmal 10 Liter. Ich war froh, daß ich diese Raiffeisentankstelle um 14:31 Uhr entdeckt hatte, denn ich fuhr schon eine Zeitlang auf Reserve, was mir durch ein rotes Lämpchen angezeigt wurde. Wieder einmal hatte ich das Gefühl, zu wenig Luft im Reifen zu haben, deshalb habe ich mit der Luftpumpe der Tankstelle den Luftdruck überpüft. Es war alles bestens. Lamstedt, Hemmor und Wischhafen waren meine nächsten Orte, die ich durchfahren habe. Am Elbeufer hatte ich um 15:30 Uhr nur 3 Fahrzeuge vor mir und durfte mich an vorderster Linie auf der Fähre, die wenige Minuten später anlegte, positionieren. Als wir in’s mittlere Fahrwasser kamen, war das Wasser recht kabbelig und ich musste meinen Roller ein wenig festhalten. Meinen Helm habe ich aufgelassen, denn er schützte mich wunderbar gegen den kalten Wind. Die Überquerung der Elbe dauerte in etwa eine halbe Stunde. Itzehoe, Hohenweststedt, Rendsburg, Büdelsburg waren die nächsten Orte. Dann weiter Richtung Eckernförde bis die Abzweigung nach Bistensee kam. Leider war die Straße komplett gesperrt, so daß ich der Umleitung folgte und mich in Groß Wittensee verfuhr um schließlich über Damendorf endlich zum Campingplatz zu gelangen. Torsten Jarck begrüßte mich sehr freundlich, fuhr seine Elektro-APE aus dem Carport, damit ich meinen Roller unter‘s Dach stellen konnte und zeigte mir mein „Gelbes Zimmer“. Bettzeug, Tischdecke, Handtücher, Blumen am Fenster, Gießkanne, Tassen – alles in gelb. Dann hat er mir doch zwei Wundertütchen für meine beiden Enkel gezaubert und wir haben Schleifchen drum rum getüdelt. Dann bin ich nach Owschlag losgefahren. Fahrzeit 15 Minuten. Stefan, Clara, die Kinder und Karli haben mich stürmisch begrüßt. Clara hatte den Tisch mit Köstlichkeiten gedeckt, heiße Frühlingsrollen, Wurst und Käse und was sonst noch das Herz begehrt. Leon hat von der Schule erzählt, Marco war still wie immer und Clara erzählte. Um 21 Uhr war ich dann endlich in meinem gelben Zimmer, habe meine Sachen ausgepackt und Gabi angerufen, die sich an meinen Brotresten die Zähne ausgebissen hatte. Am Dienstag hat sie jetzt einen Zahnarzttermin. Um halb 11 Uhr lag in dann endlich und völlig erschöpft im Bett und habe gut geschlafen.






Sonntag, 29. März 2026
Heute Nacht wurde die Uhr von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt. Ich habe gut in meinem gelben Bett geschlafen und stehe um 8 Uhr auf, obwohl es eigentlich erst 7 Uhr ist. Ich mache mir meine erste Tasse Kaffee, esse meine beiden Brötchen, die ich mir gestern beim Frühstück in Willebadessen geschmiert und eingepackt hatte. Dazu noch einen Müsliriegel. Danach schreibe ich Tagebuch und jetzt um 9:54 Uhr bin ich einigermaßen aktuell, höre damit auf und gehe endlich in‘s Bad.
Um 13 Uhr bin ich bei meiner Familie zum Mittagessen eingeladen und will um halb Eins losfahren. Die Beverline steht geschützt unterm Carport und ich habe das Gefühl, sie ist dort hinbetoniert. Es fällt mir sehr schwer, sie aus dem Carport rückwärts hinauzuschieben, denn dort habe ich einen geschotterten Untergrund und es ist ein kleines bisschen ansteigend. Ja, mein Hondaroller war dagegen definitiv ein Leichtgewicht.
Die Familie war heute Vormittag beim Tag der offenen Tür im Fitnessstudio, daß gleich nebenan neu eröffnet hat und kommt gleichzeitig mit mir an. Kaffeetrinken, mit meinem Sohn plaudern und dann gemeinsam Mittagessen. Nach einer kleinen Mittagsruhe auf der Couch sind wir dann mit Stefan‘s elektrischem MG nach Rendsburg in‘s Eisstübchen gefahren. Die Schlange vor dem Eiscafe hatte bis zum Nordostsee-Kanal gestanden, so daß wir kurzerhand umdisponiert haben. Wir haben dann in Büdelsdorf das Eiscafé San Marco entdeckt, wo wir riesige Eisbecher bekommen haben. Heute brauche ich kein Abendessen mehr. Als ich wieder am Bistensee angekommen war, habe ich meinen Roller rückwärts in das Carport geschoben und hoffe, daß ich ihn von dort auch wieder rausbekomme. Der Kiesboden ist nämlich nicht sonderlich freundlich zu mir.
Am Abend habe ich mit Thomas von den Rollerfreunden wegen dem Fahrsicherheitstraining bei den Heidecker Rollerfreunden und unserer Roznov-Tour telefoniert. Bereits ziemlich spät habe ich dann lange mit Gabi telefoniert und habe ihr meine Tageserlebnisse geschildert.


Montag, 30. März 2026
Am Morgen habe ich einen kleinen Spaziergang zum Hofladen gemacht, der ebenfalls am See liegt und habe mir ein schönes Stück Apfelpuddingkuchen mit einer Tasse Kaffee gegönnt, schließlich will ich ja nicht verhungern. Am Nachmittag fahre ich dann mit der Familie nach Rendsburg, um für meinen kleineren Enkel einen ultrakrassen, megacoolen Fahrradhelm zum seinem Geburtstag zu kaufen. Abends waren wir alle gemeinsam in Altduvenstedt im Restaurant Delphi und bekamen „für den kleinen Hunger“ riesige Portionen serviert. Na dann – bekommt eben Karli (die Fußhupe) auch was ab.






Dienstag, 31. März 2026
Wir haben Gulasch gegessen, zu viel Kaffee getrunken, bunten Kuchen gegessen, den Malteser Karli ausgeführt und ich habe den Sonnenuntergang bewundert.


Mittwoch, 1. April 2026
Um 6 Uhr, also mitten in der Nacht aufgestanden, durch dichten Nebel gefahren und 1 Stunde zu früh bei Stefan gewesen. Um kurz vor 9 kam der Zug nach Hamburg, mit dem wir heute nach Hamburg in Hagenbecks Tierpark wollen. Der Zug ist sehr gut gefüllt und wir verteilen uns im oberen Stockwerk.
Nach etwa 2 Stunden sind wir am Hauptbahnhof in Hamburg angelangt und schnappen uns die U-Bahn Linie 2 nach Niendorf Nord und steigen an der Haltestelle Tierpark Hagenbeck aus. Das Wetter ist inzwischen sonnig und mild und es ist ein Genuss durch den Park zu schlendern, an den Asiatischen Elefanten, den Pampashasen und Flamingos vorbei.
Wir besuchen den Lebensraum Eismeer. Auf dem 750 Meter langen Weg durch das Eismeer können Besucher mithilfe von Panoramascheiben besondere Einblicke in das Leben der Tiere erhalten. Neben Eisbären, Seebären und arktischen Seevogelarten lebt in Hagenbecks Eismeer auch die einzige Walross-Gruppe eines deutschen Zoos.
Gegen 18 Uhr waren wir wieder zu Hause und ich begebe mich wieder Richtung Campingplatz Bistensee.









Donnerstag, 2. April 2026
Abreise Bistensee und Owschlag, Bistensee – Kiebitzreihe 90 km 2:25 Stunden Abfahrt 14:18 Uhr
Heute gibt es Gott sei Dank keinen Nebel. Ich packe meine sieben Sachen zusammen und verstaue meinen Rucksack und meinen Packsack auf meinem Roller – was natürlich entsprechend lange dauert. Als mir Torsten Jarck über den Weg läuft bezahle ich mein Zimmer und bekomme von ihm zum Dank dafür noch eine Tasse Kaffee. Wir reden über Gott und die Welt und er zeigt mir sein geräumiges Wohnzimmer mit traumhaften Ausblick zum Bistensee. Ich schnacke auch mit Frau Conny Jarck noch ein büschen und ziehe mich dann noch ein paar Minuten in meinem Zimmer zurück.
Weiter geht’s nach Owschlag, wo mich Clara zum Abschiedsessen eingeladen hat. Es gibt Kartoffelsuppe mit Würstchen und dazu selbstgebackene Langosch, einer ungarischen Spezialität. Clara war vorher noch im Fitnessstudio und so war es dann schon am Nachmittag als ich loskam. Ich fuhr auf Landstraßen über Breitholz, fuhr mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal, Schenefeld, Itzehoe. In Itzehoe habe ich bei REWE ein paar Lindt-Pralinen und Itzehoher Kaffee für Maren und Thomas gekauft und bin dann über Horst nach Kiebitzreihe gefahren, habe mich in der Lindenstraße „verirrt” und bin dann glücklich bei Thomas angekommen. Etwa eine Stunde später kam Maren dazu und hat uns allen ein sehr feines Linsen-Curry gezaubert. Na und dann haben wir uns über alles mögliche unterhalten, vor allem haben wir das Akai Midi-Keyboard von Thomas mit Apple’s „Garage Band“ zum klingen gebracht. Ich habe erneut das Studio bzw. das Atelier bekommen, dass ich schon vor Jahren bewohnt hatte und fühlte mich zwischen den Staffeleien, Pinseln und Farben sehr wohl.

Freitag, 3. April 2026 – Karfreitag
Bei Thomas und Maren zu Besuch – Ausflug nach Glückstadt
Es war ein ausführliches Frühstück mit Müsli, Kefir, Dickmilch und selbst gebrühtem Kaffee und wissenschaftlichen Erklärungen zum Thema Milchsäurebakterien. Am späten Vormittag fuhren mit Thomas’ Passerati nach Glückstadt und wir spazierten durch einen grünen, beblümten Park zum Hafen. Dort gab dann Thomas ein Matjesbrötchen und eine Rhabarberschorle aus, was ich sehr genossen habe. Wir spazierten die Mole entlang und bewunderten die dort liegenden Boote. Auf einem Boot saß eine Ente auf ihren Eiern in einem Blumentopf und brütete still vor sich hin. Als wir wieder zu Hause waren, hat es edle Reste vom gestrigen Linsen-Curry gegeben und wir haben den Abend entspannt mit Klönschnack und Musik verbracht.
Ich bin sehr müde in’s Bett und habe wieder ein gepflegte, gute Nacht verbracht.


Samstag, 4. April 2026
Abschied vom Norden, Quer durch Hamburg, Fahren, fahren, fahren, Unsichtbares Hotel, Kiebitzreihe – Duderstadt 337 km 8:48 Stunden Abfahrt 8:31 Uhr
Um kurz nach 6 Uhr bin ich aufgestanden, war als erster im Bad und als Thomas und Maren auch im Bad waren, haben wir unser Frühstück konfiguriert und Thomas hat mir ein bisschen Kefir in einem winzigen Marmeladegläschen mit auf den Weg gegeben und mit etwas Milch gefüttert. So gewappnet und abgefüttert bin ich um halb 9 Uhr Richtung Süden aufgebrochen. Kiebitzreihe, Elmshorn, Pinneberg und dann quer durch Hamburg bis Hamburg Harburg. Von dort nach Buchholz in der Nordheide, Celle, Peine, Bockenem, Rhüden, Seesen, Nienstedt bis Duderstadt. Das waren 337 Kilometer, für die ich fast 9 Stunden gebraucht habe. Reine Fahrtzeit waren laut Navi ca. 6 Stunden.
Unsichtbares Hotel

Laut Navi war das Hotel „Am Euzenberg 2a“. An der Adresse gab es nur ein Autohaus und ein Firmengebäude, jedoch keine Hausnummern. Ich irrte suchend umher und vermutete, daß das Haus, das nach der Hausnummer 2 stand mein Hotel wäre, doch auf dem Klingelschild war ein Zusatz angebracht „Dies ist kein Hotel”. Also habe ich mit meinem fast leeren Telefon die Hotline des Hotels angerufen, wo mir empfohlen wurde doch einfach mal mit Google Maps zu suchen. Hahaha. Es stellt sich schlußendlich heraus, daß die Adresse „Am Euzenberg 2a“ 750m von der Adresse Am Euzenberg 2 entfernt war. Das Hotel ist ein Apartement-Hotel ohne Personal, daß nur mit einem Türcode geöffnet werden kann. Beim ersten Mal muß man allerdings einen 10stelligen Code eingeben. Wissen ist Macht. Gott sei Dank, Schutzi sei Dank, daß ich noch 1 % Restakkuleistung hatte. Das Hotelzimmer war modern, sauber und ordentlich und einigermaßen bezahlbar, aber insgesamt mein bisher größtes Negativerlebnis, was Hotels betrifft. Absolut unpersönlich und sehr schwer zu finden.
Besuch der Altstadt von Da, De, Di, Do Duderstadt





Duderstadt
Laut Navi waren es nur 15 Minuten bis zur Innenstadt von Duderstadt. Nach dem ich von dem Hotel-Tohuwabohu ziemlich angefressen war, habe ich verpeilt, daß die Zeit für eine Autofahrt angegeben war und so bin ich viele Schritte durch das spätnachmittägliche Industriegebiet von Duderstadt gelaufen. Aber ich bin durch eine sehr schöne Altstadt belohnt worden, die vom Verkehr befreit war. Die Geschäfte und Cafés waren bereits alle geschlossen, jedoch der Ratskeller gleich neben dem tollen Fachwerk-Rathaus hatte geöffnet und ich durfte mir eine leckere Pasta gönnen.
Sonntag, 5. April 2026 – Ostersonntag
Starker Wind, Am Vormittag wenig Verkehr, Bekannte Orte, Autobahn
Duderstadt – Fürth 303 km – 7:08 Stunden
Meinen Kaffee hatte ich bei Thomas vergessen, also gab es Müsliriegel und Wasser aus der Wasserleitung. So früh am Ostersonntagmorgen ist auf den Straßen nichts los und ich fahre sehr lange mutterseelenallein durch Thüringen. Heute ist es sehr windig und ich fahre über Berg und Tal in der thüringerischen Rhön, wo es mich fast von der Straße geweht hat. Ich durchfahre riesige Windparks von 100erten gigantischen Windrädern und stelle fest, daß ich nur die „schnelle” Route und nicht die „ganz schnelle” Route über die Autobahn gewählt habe, aber das ist dann doch eine sehr gute Wahl gewesen. Wunderschöne große und schnelle Bundesstraßen und kleine, kurvige Straßen mit herrlichen Serpentinen lösen sich von Zeit zu Zeit ab. In Eisenach gibt es dann noch einen Tank und Kaffeestop und dann geht’s Richtung Heimat.
Am Bayernturm, einem Aussichtsturm in Zimmerau bei Sulzbach an der Lederhecke mache ich dann Mittagspause. Ich ersteige den Turm, der an der thüringischen Grenze steht nicht – das will ich gemeinsam mit Günther machen – sondern ich kehre im Berggasthof ein und gönne mir ein Turmschnitzel. Anschließend fahre ich gemächlich weiter und nehme dann ab Breitengüßbach die Autobahn A73 und bin am frühen Nachmittag zu Hause, wo ich auf Gabi’s Familie treffe. Schnell Auspacken und Kaffee machen. Es gab viel sehr viele Kuchen und es war ein sehr langer Tag.




Fazit meiner Rollertour
Das Wetter ist mit Sonnenstunden sehr zurückhaltend, zum Rollerfahren empfiehlt sich um diese Jahreszeit eine Mehrfachlagen-Bekleidung, die Tourenetappen werde ich beim nächsten Mal kürzer wählen und auf wärmere Tage verlegen. Der neue Roller ist sehr bequem, ich bringe viel Gepäck und Kram unter und er ist vom Handling ebenso gut zu handhaben wie mein bisheriger Honda.

Vielen Dank für’s Lesen meines Reiseberichtes, der nächste kommt bestimmt. Bis dahin wünsche ich Euch ein schönes, buntes Frühjahr.
